9. Februar 2010

Wie man in Japan Gebäude baut: Teil 2 - All Your Basis is Belong to Us

Alles was gesäht wird muß geerntet werden und alles was eingebuddelt wird muß auch wieder ausgebuddelt werden, nämlich die Anker aus dem letzten Teil. Zu Unterhaltungszwecken machen wird das ganze labyrinthförmig und legen schon mal diese coolen blauen Universalplanen (die in ganz Asien der letzte Schrei sind) zurecht.



Weiterführende Literatur gibt es hier als gratis PDF-Download: Toyo Blues

Hier wird auch schlagartig klar wozu die Eisenbahnschienen dienen. Mit Holzplanken in den Zwischenräumen hindern sie die Erde daran wieder dahinzubröseln wo sie gerade mühsam entfernt wurde.

Damit sich niemand verläuft, markieren wir den Weg noch mit Holzlatten



und giessen die Zwischenräume mit dem ersten Zentimeterchen Beton aus.



Unsere Anker bekommen jetzt alle eine doppelstöckige Krone



die mit Bewehrungsgeflecht... äh... kanälen? verbunden werden.



Mit feinem Moschendrohtzaun einzäunen und ein Paar lustige Plastikräder dran





und feddich.

Leider war ich jetzt wohl längere Zeit unabkömmlich (nein, nicht auf dem Klo, sondern 3 Wochen in Deutschland), deswegen ein kurzer Blindflug:
- die Käfige aus feinem Draht wurden vollkommen mit Beton aufgefüllt
- die weißen Platikscheiben dienen dabei der Kontrolle, ob die minimale Schichtdicke um die Bewehrungseisen auch wirklich erreicht ist. Sieht man noch etwas von der Scheibe herausragen, dann nicht. Sonst schon.
- Wenn der Beton abgebunden hat, dann wieder alles mit Erde auffüllen und es sieht so aus:

7. Februar 2010

Kochen mit Hund

Mit Abstand einer der besten Youtube Kanäle, die ich kenne:

Kuckinwidadooog

Viel Spaß!

6. Februar 2010

Wie man in Japan Gebäude baut: Teil 1 - Weg mit dem alten

Wenn man den dringenden Bedarf habe in japan ein neues Gebäude zu errichten, dann geht das so:
Zunächst braucht man mal ein altes Gebäude. Weil freien Platz gibt es nicht. Das rüstet man dann ein.



und verkleidet die Rüstung mit Panelen. Das dient hauptsächlich dem Schutz der umliegenden Gebäude und ihrer Fenster.



Als nächstes kommt so ein süßer kleiner Nussknacker und beisst sich in wochenlanger Arbeit durch den Stahl.







Bis alles fort ist. Der Bauschutt wird fein säuberlich nach Material sortiert, getrennt von jeweils einem anderen LKW abgeholt und der Stahlanteil dann nach China verschifft. Dort bauen Airbus, BMW und Siemens dann tolle neue Qualitätsprodukte für uns daraus.

Als nächstes wird das Erdreich umggegbraben und begradigt.



Mit zwei Baggern geht das wesentlich schneller, aber wegen dem begrenzten Platz kann es schnell passieren daß sie mal zusammenbummsen...



und am nächsten Bautag hat man plötzlich einen kleinen Bagger mehr:



Da ab jetzt leichteres Gerät mit Gummipumps zum Einsatz kommt, wird der Grund mit Stahlplatten ausgelegt (bitte nicht vergessen, daß es in Japan sowas wie eine Regensaison gibt...)



Mit einem kleinen Bohrwagen werden jetzt um den Umriss des neuen Gebäudes herum im Abstand von maximal einem Meter Löcher gebohrt und in diese Eisenbahnschienen eingelassen:





Dann kommt der Vater aller Boschhämmer und zeigt uns mal wie ne zünftige Penetration (hey, mit so Begriffen krieg' ich immer die meisten Hits auf den Blog und ficken darf man ja nicht sagen) wirklich geht:





Übrigens ganz wichtig: als japanischer Bauarbeiter sollte man mindestens nach jeder Pinkelpause in den Spiegel gucken und sich versichern, daß man auch ungefähr so aussieht wie die Comicfigur.



Die großen Löcher sind für das Fundament. Statt wie bei uns einfach eine tragende Betonplatte, bzw. in grundwasserdurchschwemmten Gebieten eine Wanne zu giessen, kommt hier für nur 3 Stockwerke bereits eine sogenannte Tiefgründung zum Einsatz.
In der Wiki mehr dazu:

Klick 1 Klick 2

Hier die zugehörigen Anker:



Wenn ich richtig informiert bin, findet bei diesem System die Verteilung der Traglast durch Reibung entlang der Anker statt.

Also rein mit den Dingern. Pro Stütze 3 Stücke, die während des Herablassens wie bei einem Ölbohrer aneinandergefügt werden. Hier natürlich durch zusätzliches verschweissen und nicht nur durch ein Gewinde.



Anker rein bis Anker weg, Erde drüber, Feierabend...



Ja, ich hab mich auch gewundert! Weiter geht's beim nächsten Mal.

20. Januar 2010

Uebellaschung!

Habe gerade mal wieder per Email eine japanische Matrjoschka gekriegt:

Eine gezippte Excel-datei, in der sich als JPEG eingefuegte Screenshots einer PDF befanden. Der Inhalt der PDF: eine Tabelle!
Und sowas krieg ich dann meistens zur Uebersetzung. ARGH!

Bevor es brauchbare PCs gab, verwendete man in Japan sogenannte Wapuro (Word Processor):


die fuer jedes Schriftzeichen natuerlich genau ein Kaestchen vorsahen. Dann erst kam irgendwann MS Office auf den Markt ;)
Und deswegen schreibt fast ganz Japan (zumindest in der Industrie) alles nur in Excel Briefe, Rechnungen, Maschinenspezifikationen, etc. etc. Klingt komisch, ist aber so.

Damit geht mehr als die Haelfte der Zeit fuer's formatieren drauf und zack ist schon das Problem mit der Arbeitslosigkeit geloest.

19. Januar 2010

Big (S)chock

Und heute aus dem endlosen Fundus neuartiger Getränke, die nach einer Produktionscharge wieder aus dem Regal fliegen: Suntory Chocolate Sparkling



BÄH!