Wenn man den dringenden Bedarf habe in japan ein neues Gebäude zu errichten, dann geht das so:
Zunächst braucht man mal ein altes Gebäude. Weil freien Platz gibt es nicht. Das rüstet man dann ein.

und verkleidet die Rüstung mit Panelen. Das dient hauptsächlich dem Schutz der umliegenden Gebäude und ihrer Fenster.

Als nächstes kommt so ein süßer kleiner Nussknacker und beisst sich in wochenlanger Arbeit durch den Stahl.



Bis alles fort ist. Der Bauschutt wird fein säuberlich nach Material sortiert, getrennt von jeweils einem anderen LKW abgeholt und der Stahlanteil dann nach China verschifft. Dort bauen Airbus, BMW und Siemens dann tolle neue Qualitätsprodukte für uns daraus.
Als nächstes wird das Erdreich umggegbraben und begradigt.

Mit zwei Baggern geht das wesentlich schneller, aber wegen dem begrenzten Platz kann es schnell passieren daß sie mal zusammenbummsen...

und am nächsten Bautag hat man plötzlich einen kleinen Bagger mehr:

Da ab jetzt leichteres Gerät mit Gummipumps zum Einsatz kommt, wird der Grund mit Stahlplatten ausgelegt (bitte nicht vergessen, daß es in Japan sowas wie eine Regensaison gibt...)

Mit einem kleinen Bohrwagen werden jetzt um den Umriss des neuen Gebäudes herum im Abstand von maximal einem Meter Löcher gebohrt und in diese Eisenbahnschienen eingelassen:


Dann kommt der Vater aller Boschhämmer und zeigt uns mal wie ne zünftige Penetration (hey, mit so Begriffen krieg' ich immer die meisten Hits auf den Blog und ficken darf man ja nicht sagen) wirklich geht:


Übrigens ganz wichtig: als japanischer Bauarbeiter sollte man mindestens nach jeder Pinkelpause in den Spiegel gucken und sich versichern, daß man auch ungefähr so aussieht wie die Comicfigur.

Die großen Löcher sind für das Fundament. Statt wie bei uns einfach eine tragende Betonplatte, bzw. in grundwasserdurchschwemmten Gebieten eine Wanne zu giessen, kommt hier für nur 3 Stockwerke bereits eine sogenannte Tiefgründung zum Einsatz.
In der Wiki mehr dazu:
Klick 1 Klick 2Hier die zugehörigen Anker:

Wenn ich richtig informiert bin, findet bei diesem System die Verteilung der Traglast durch Reibung entlang der Anker statt.
Also rein mit den Dingern. Pro Stütze 3 Stücke, die während des Herablassens wie bei einem Ölbohrer aneinandergefügt werden. Hier natürlich durch zusätzliches verschweissen und nicht nur durch ein Gewinde.

Anker rein bis Anker weg, Erde drüber, Feierabend...

Ja, ich hab mich auch gewundert! Weiter geht's beim nächsten Mal.